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Ensemble Phantasie ließ Marienkirche erschallen Hochklassiges Vokalensemble begeisterte das Publikum
Euphorische Stimmung herrschte am Schluss des Konzertes der russischen Musiker in der
Marienkirche. Viele der begeisterten Zuschauer konnten sich innerlich noch nicht mit dem Ende der Darbietung abfinden.
Vielmehr bemühten sie sich um den persönlichen Kontakt mit den freundlichen und bescheiden wirkenden Sängern. Diese nahmen, sichtlich berührt von der positiven Resonanz auf ihren Vortrag, gerne das
Gespräch mit dem Publikum auf. Mit den in gebrochenem Deutsch und mit glänzenden Augen gesprochenen Worte von “warmen Publikum” und einer ausladenden Geste zu den noch verbliebenen Zuhörern gab Vera
Klimova den durch langanhaltenden Applaus erwiesenen Dank an das Auditorium zurück.
Mit begnadeter Sangeskunst hatte das sechsköpfige Vokalensemble “Phantasie” aus Petersburg den Besuchern des Konzerts in der Hechthausener Marienkirche
ein unvergessliches musikalisches Erlebnis erster Klasse bereitet.
Mit gespannter Erwartung empfingen die Zuhörer am vergangenen Freitag in der von den letzten Sonnenstrahlen in stimmungsvolles Licht getauchten Marienkirche in
Hechthausen die Musiker vom Vokalensemble “Phantasie”. Schon bei den ersten Tönen der festlich gekleideten Sänger wurde deutlich, dass absolute Profis ihre Kunst zum besten gaben.
Und das kommt auch nicht von ungefähr: Die Künstler sind Absolventen des Rimskij-Korsakow-Konservatoriums und arbeiten in Rußland alle als Solisten u.a.
an der Oper, der Philharmonie und dem Konservatorium in St. Petersburg. Seit 1998 treffen sie sich zwei Mal im Jahr zu vier- bis fünfwöchigen Konzertreisen im Ausland.
Die Darbietung des Chores begann mit alten geistlichen Gesängen des 18. und 19. Jahrhunderts . Hier wurde typische Musik der russisch-orthodoxen Kirche
dargeboten, die sicherlich für westliche Ohren kein Selbstgänger ist. Dennoch wurden die von Dirigent und Initiator des Ensembles Alexandr Andrianov teilweise
selbst bearbeiteten Darbietungen mit großer Begeisterung vom Publikum aufgenommen.
Im zweiten Teil gab es dann nach der Pause russische Volkslieder und Romanzen zu hören. Hier wirkten die Künstler entspannter, vielleicht etwas erleichtert durch die
große Zustimmung für die anspruchsvolle geistliche Musik russisch-orthodoxer Prägung. Aber auch für diesen Teil des Konzerts galt: Stimmen ohne jede
instrumentale Begleitung, geschweige denn Technik erfüllten mit unglaublichem Volumen die Marienkirche, die mit ihrer Akustik die Wirkung der Stimmen noch verstärkte.
Unbeschreiblich schöne Stimmen in einem 6-stimmigen Chor vereint vermittelten dem gefesselten Zuhörer den Eindruck eines zahlenmäßig viel größeren Chores.
Deutlich und unverkennbar kam im gesamten Vortrag die melancholische Grundstimmung hervor. Jene unverwechselbar typische Eigenart des russischen
Liedgutes, wie sie jeder aus dem Don-Kosaken-Klassiker “Abendglocken” kennt, beherrschte auch hier den Vortrag, innere Tiefe und Melancholie, als Baritonist Jouri
Stepanov in dem Lied “Steppe, Steppe überall” von dem sterbenden Fuhrmann singt, der darum bittet, in der Weite der russischen Steppe begraben zu werden, -
eine Stimmung, die eigentlich über das gesamte Konzert den Gesichtsausdruck der Künstler beherrscht.
Nur einmal schimmert eine gewisse Verschmitztheit in den Gesichtern auf, als Lydia Klimenko über den “Weg zum Liebsten” singt. Aber auch in diesem fröhlichen
Lied dominiert bald wieder Konzentration und völlige innere Hingabe an den Gesang die Gesichter der Künstler.
Das Ensemble wirkt perfekt aufeinander eingestimmt So ersetzt im gesamten Konzert der bei allen Sologesängen im Background fungierende Chor alle
Instrumente. Dieser Chor läßt keinerlei Verlangen nach instrumentaler Unterstützung des reinen vokalen Vortrages aufkommen.
Einen Höhepunkt bildete dann sicherlich das von Tenor Alexandr Dubnov in Teilen geradezu gehauchte und mit großer stimmlicher Präzision dargebotene Lied, das
mit dem deutschen Titel “Kleine Annabelle” bestens bekannt ist. Den stürmischen Applaus nahmen die Künstler am Ende dankbar entgegen.
Alle Teilnehmer an diesem Abend gingen mit dem schönen Gefühl nach Hause ein hochklassiges Konzert erlebt zu haben.
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