aktualisiert am  16.03.2003

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Kulturkreis Hechthausen e.V.

Peter Franke spielt Fo

1. Februar 2003, 20:00 Uhr, Landhaus Ostekrone

Vorverkauf:
Elektro Patjens, Hechthausen;
Landhaus Ostekrone, Hechthausen;
Center-Buchhandlung, Hemmoor
Vorverkauf 10,- Euro

 

 

In der zweiten Veranstaltung des Jahres präsentiert der Kulturkreis seinem Publikum Satirisches:
Der aus vielen Theater-Inszenierungen und aus Film, Funk und Fernsehen bekannte Hamburger Schauspieler Peter Franke ist am Samstag, dem 1. Februar, in Hechthausen zu Gast. Auf dem Programm stehen satirische Geschichten des Nobelpreisträgers Dario Fo. In einem 90-minütigen Programm erinnert der Schauspieler an den Polit-Komödien-Querulanten Fo und erzählt 
“Die Hochzeit von Kanaa" und andere bissige Geschichten. Die Aufführung im Kalender vorzumerken, dürfte sich nicht nur für Insider lohnen.

Der Autor Dario Fo, Theaterschreck der 60er, 70er Jahre, bekannt als bissiger Satiriker, erhielt im Jahre 1997 – für viele überraschend – den Nobelpreis für Literatur. Fo hat mit seinen Stücken (und wegen seiner politischen Einstellung) seit jeher Anstoß erregt. Er handelte sich Prozesse, Polemiken und Auftrittsverbote im Fernsehen ein. Mit seinen Produktionen ist Fo an den verschiedensten italienischen Bühnen zu Gast. Fo präsentiert sich mit seinem Stück "Die Hochzeit von Kanaa und andere wundervolle Geschichten" als liebenswürdiger Geschichtenerzähler. Biss haben die Geschichten natürlich schon: Dario Fos Lieblingsthemen, seine Querschläge gegen Kirche, Ehe, Gesellschaft, eine Liebe für den kleinen Mann, sind präsent und seine Einfälle zutiefst satirisch.

Dario Fo setzt den Stachel gezielt an, benutzt Theater als politisches Instrument, kämpft gegen politische und kirchliche Machthaber. Dem Publikum offenbart sich eine rotzfreche, anarchische Hommage an den Nobelpreisträger von 1997. Der zum Leben erweckte Hanswurst tobt in Gestalt von Peter Franke über die Bühne der Hechthausener Ostekrone.

Franke präsentiert die Texte in der Tradition mittelalterlicher Gaukler. Eine Meisterleistung, wie er episches Theater zelebriert, rasend schnell in zig Figuren und Dialekte schlüpft und seinem Publikum obendrein noch politische Aktualitäten darbietet. Dabei wahrt er jedoch Distanz und  kopiert nicht. Treffend ist er einmal als eine Art deutscher Eulenspiegel skizziert worden.

Köstlich, wie er als “Adlertruthahn" über die Bühne flattert oder als Erzengel mit einem besoffenen Anarchisten über die “Hochzeit von Kanaa" streitet. Ein moderner Hanswurst, der die Groteske der Satire derb, zotig und witzig auslotet.

Der Darsteller Peter Franke steht seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne. 1941 wurde er in Breslau geboren, wuchs im Rheinland auf und lebt seit 1980 in Hamburg. Nach Besuch der Schauspielschule Düsseldorf sammelte er dort  erste Schauspielerfahrung. Er studierte Musik in Essen, hatte 1969 bis 1971 sein erstes Stadttheaterengagement in Düsseldorf. Er war in Köln, Frankfurt und Bremen, am Schauspielhaus Hamburg, am Schillertheater Berlin ( u.a. WOYZECK, und DIENER ZWEIER HERREN) sowie am Thalia Theater Hamburg tätig.

Seit 1994 arbeitet er freischaffend, u.a. in Zürich, Leverkusen, debütierte als Papageno in Mozarts Zauberflöte am Opernhaus Lübeck. Zur Zeit ist er mit Produktionen an den Hamburger Kammerspielen bei Ulrich Waller und Ulrich Tukur beschäftigt. Weiter ist er in die “ Die Jungs mit dem Tüdelband”, das mittlerweile zum Kult in Hamburg geworden ist , zu sehen und arbeitete am Renaissance Theater in Berlin in der zentralen Rolle des Avner Milstein in Yasmina Rezas Reise durch den Winter.

Seit vielen Jahren dreht Franke zahlreiche Film- und TV-Arbeiten, u.a. mit Volker .Schlöndorf, S. Wortmann uva; ” Die verlorene Ehre der Katharina Blum”,  “Kanakerbraut”, “Mau Mau”, und “Schlafes Bruder” ist eine kleine Auswahl der Filme, in denen er mitwirkte. Im Herbst 2003 kommt ein neuer Film mit dem Titel “Das Wunder von Bern” in die Kinos, in dem Peter Franke die Rolle des legendären Sepp Herbergers spielt.

Daneben betreibt der agile Mime immer wieder Konzerttätigkeit:: Ob engagierte Folklore oder Klassik, Brecht-Weill, Eisler, Theodorakis. In seiner Freizeit segelt er auf eigenem achtzig Jahre alten Schoner.

Der Kulturkreis freut sich, seinem Publikum diesen sicher nicht alltäglichen Live-Genuß vorstellen zu können.

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