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Am Samstag, dem. 29.3.03 bietet der Kulturkreis Hechthausen seinem Publikum eine Veranstaltung, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt: Ab 20 Uhr wird im Landhaus Ostekrone die
Gruppe „Pojaz" Klezmermusik darbieten. Klezmermusik ist traditionelle jüdische Volksmusik, wie sie seit Jahrhunderten in unterschiedlichster Instrumentierung auf Familienfesten und Hochzeiten gespielt wird und
die weltweit ihre begeisterten Anhänger hat. Pojaz, deren Mitglieder aus allen Teilen des Landkreises Cuxhaven kommen, bieten mit drei Bläsern, Kontrabaß und Schlagzeug ein breitgefächertes und interessantes
Repertoire. „Pojaz!" tritt auf mit frei improvisierten Passagen, kein Konzert ist wie das andere. Klezmer-Musik wird von Anhängern häufig liebevoll als die Musik der Seele
bezeichnet. Sie ist durchsetzt mit Einflüssen aus osteuropäischer und orientalischer Folklore und dem Jazz. Dabei hat die Musik eine lange und berühmte Tradition. Der jiddische Begriff „Klezmer" setzt sich
zusammen aus den hebräisch-aramäischen Wörtern „Kle" oder „Kli" für Instrument und „Zemer" für Gesang und bezeichnet den Musiker, der Tanz und Gesang begleitet. Die häufigste und schönste Aufgabe der
Klezmer-Musiker war und ist es, zur Hochzeit aufzuspielen. Klezmermusik umfaßt aber auch Begräbnis-, Marsch-, Arbeits-, Kinder-, Schlaf- und Liebeslieder sowie religiöse, mystische Lieder. Die Klezmorim waren
häufig arme Wandermusikanten und gaben ihr Repertoire vom Vater auf den Sohn ohne Noten weiter Die Musik lebte und lebt von Improvisation, verblüffendem Zusammenspiel und innovativen Soli. Alle Nationalkulturen, in
denen das jüdische Leben angesiedelt war, übten ihren Einfluß aus. Hebräische Lieder und Themen wurden vermischt mit Motiven aus der russischen, polnischen, tschechischen, deutschen, ungarischen, griechischen und
arabischen Volksmusik. Die Musik kann bis zu König David (ca. 1000 v. Chr ) zurückverfolgt werden. Viel später wurde Klezmermusik auf Trompeten, Klarinetten, Flöten, Violinen, Celli und Trommeln gemacht. Heute wird
die Tradition Davids mit allen erdenklichen Instrumenten einschließlich elektrischer Gitarren und Synthesizern fortgeführt. Es gibt sogar Bassisten, die zum Spielen zerschnittene Bierdosen benutzen. Der Name der
Band Pojaz kommt übrigens aus dem Jiddischen und bedeutet dort Bajazzo oder Spaßmacher. Und auf dieses Motto wird die Band auch in Hechthausen setzen. Der Kulturkreis freut sich, ein Konzert mit dieser
speziellen Musikrichtung in Hechthausen präsentieren zu können. Karten im Vorverkauf gibt es wieder bei Elektro Patjens in Hechthausen, in der Center-Buchhandlung in Hemmoor und in der Ostekrone.
Foto von links nach rechts: Björn Pechmann Kontrabaß, Bierdose Jürgen Ulrich Alt-Saxophon, Querflöte Michael Flaig Schlagzeug Matthias Pfuff Klarinette, Baß-Klarinette
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